Die Mikrobiota – wie bedeutsam ist sie tatsächlich für die Medizin?
Probiotika in der Praxis: Stuhl- und Mikrobiomanalysen
Von der Ärztekammer mit 2 CME-Punkten zertifiziert.
Am 02. September 2026 von 17:00 – 18:30 Uhr
Vortrag 1:
Die Mikrobiota – wie bedeutsam ist sie tatsächlich für die Medizin?
Prof. Dr. Till Strowig, Braunschweig
Die humane Mikrobiota ist zur Zeit eines der spannendsten Forschungsgebiete der Biomedizin. Was sind die aktuellen Analysemethoden und deren Grenzen? Welche Wechselwirkungen zwischen Mikrobiota und Wirt sind bekannt und wie sind diese zu bewerten? Der Vortrag vermittelt einen kompakten Überblick über die Mikrobiomforschung – von den biologischen Grundlagen und methodischen Ansätzen bis hin zur klinischen Relevanz probiotischer Therapieansätze. Der Einfluss einzelner Stämme wird diskutiert und darauf aufbauend der Einfluss von Antibiose und Probiose besprochen.
Vortrag 2:
Probiotika in der Praxis: Stuhl- und Mikrobiomanalysen
Prof. Dr. med. Maria Vehreschild
Probiotika zeigen nur für wenige Indikationen (z. B. antibiotika-assoziierte Diarrhö, Pouchitis) einen belegten, meist moderaten Nutzen – stammspezifisch und ohne verbindliche Wirksamkeitsprüfung, da sie als Nahrungsergänzungsmittel gelten. Für Stuhl- und Mikrobiomanalysen gilt: Etablierte Verfahren (Erregerdiagnostik, Calprotectin, Toxinnachweis) sind sinnvoll; eine umfassende Mikrobiomanalyse ist nach aktueller Evidenz für keine klinische Fragestellung indiziert. Anders als Probiotika werden Mikrobiomtherapien wie FMT und Live Biotherapeutic Products zunehmend arzneimittelrechtlich reguliert – dieser Wandel wird im Vortrag eingeordnet.
Moderation:
Univ.-Prof. Dr. med. Kai Markus Schneider, Dresden
Molekulare Gastroenterologie und Hepatologie an der Technischen Universität Dresden / Zentrum für Regenerative Therapien (CRTD)
Alle Infos sind auch in der Einladung zu finden:
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