Hintergrund
Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) stellen eine der häufigsten Ursachen nosokomialer Diarrhö dar. Obwohl Antibiotika wie Vancomycin eine hohe initiale Heilungsrate erzielen, bleibt das Problem der hohen Rezidivraten (20–30 %) bestehen.
Probiotika wie Saccharomyces boulardii (S. boulardii), könnten durch Stabilisierung der Mikrobiota, Hemmung der Pathogenkolonisation und Neutralisation von Toxinen das Rückfallrisiko reduzieren.
Methodik
- Prospektive, randomisierte, doppelblinde, Placebo–kontrollierte Studie.
- 120 hospitalisierte Erwachsene mit milder bis moderater CDI (Nachweis von Toxin A oder B).
- Intervention: Vancomycin 125 mg alle 6 Stunden für 10 Tage, Interventionsgruppe zusätzlich S. boulardii, 2× täglich für 10 Tage.
- Primärer Endpunkt: Klinische Heilung (Beendigung der Diarrhö unter Therapie).
- Sekundäre Endpunkte: Rezidiv innerhalb von 8 Wochen, Global Cure (Heilung + kein Rezidiv), Dauer und Schwere der Diarrhö, funktioneller Status (Barthel-Index), Sicherheit.
Ergebnisse
- Klinische Heilung:
- Nahezu identisch zwischen den Gruppen (98,3 % Vancomycin vs. 98,4 % Kombination).
- Rezidivrate: Signifikant reduziert durch S. boulardii: 1,7 % vs. 13,1 % (p = 0,032).
- Global Cure: Deutlich höher mit Kombinationstherapie: 96,6 % vs. 85,3 % (p = 0,044).
- Diarrhö-Parameter: Leicht kürzere Dauer und weniger Diarrhö-Tage mit S. boulardii.
- Sicherheit: Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen, kein Abbruch der Therapie aufgrund von Nebenwirkungen.
Schlussfolgerung
Die Zugabe von Saccharomyces boulardii zur Standardtherapie mit Vancomycin bei milder bis moderater CDI:
- verbessert nicht die primäre Heilungsrate,
- reduziert jedoch signifikant die Rezidivrate und
- erhöht die globale Heilungsrate, ohne die Sicherheit der Patienten zu beeinträchtigen.
Damit erscheint S. boulardii als sinnvolle, sichere und gut verträgliche Zusatztherapie zur Reduktion von CDI-Rezidiven.