Literatur

Clostridioides difficile-assoziierte Diarrhö – Klinische Studie zur adjuvanten Therapie mit Saccharomyces boulardii

Chitapanarux, Taned; Wiracha, Umaporn; Winichakoon, Poramed, Salee, Parichat; Traisathit, Patrinee (2025): Efficacy and safety of Saccharomyces boulardii as adjunct therapy with Vancomycin in treating Clostridioides difficile infection: A randomized controlled trial

 

Hintergrund

Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) stellen eine der häufigsten Ursachen nosokomialer Diarrhö dar. Obwohl Antibiotika wie Vancomycin eine hohe initiale Heilungsrate erzielen, bleibt das Problem der hohen Rezidivraten (20–30 %) bestehen.

Probiotika wie Saccharomyces boulardii (S. boulardii), könnten durch Stabilisierung der Mikrobiota, Hemmung der Pathogenkolonisation und Neutralisation von Toxinen das Rückfallrisiko reduzieren.

 

Methodik

  • Prospektive, randomisierte, doppelblinde, Placebokontrollierte Studie.
  • 120 hospitalisierte Erwachsene mit milder bis moderater CDI (Nachweis von Toxin A oder B).
  • Intervention: Vancomycin 125 mg alle 6 Stunden für 10 Tage, Interventionsgruppe zusätzlich S. boulardii, 2× täglich für 10 Tage.
  • Primärer Endpunkt: Klinische Heilung (Beendigung der Diarrhö unter Therapie).
  • Sekundäre Endpunkte: Rezidiv innerhalb von 8 Wochen, Global Cure (Heilung + kein Rezidiv), Dauer und Schwere der Diarrhö, funktioneller Status (Barthel-Index), Sicherheit.
 

Ergebnisse

  • Klinische Heilung:
    • Nahezu identisch zwischen den Gruppen (98,3 % Vancomycin vs. 98,4 % Kombination).
  • Rezidivrate: Signifikant reduziert durch S. boulardii: 1,7 % vs. 13,1 % (p = 0,032).
  • Global Cure: Deutlich höher mit Kombinationstherapie: 96,6 % vs. 85,3 % (p = 0,044).
  • Diarrhö-Parameter: Leicht kürzere Dauer und weniger Diarrhö-Tage mit S. boulardii.
  • Sicherheit: Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen, kein Abbruch der Therapie aufgrund von Nebenwirkungen.

 

Schlussfolgerung

Die Zugabe von Saccharomyces boulardii zur Standardtherapie mit Vancomycin bei milder bis moderater CDI:

  • verbessert nicht die primäre Heilungsrate,
  • reduziert jedoch signifikant die Rezidivrate und
  • erhöht die globale Heilungsrate, ohne die Sicherheit der Patienten zu beeinträchtigen.

Damit erscheint S. boulardii als sinnvolle, sichere und gut verträgliche Zusatztherapie zur Reduktion von CDI-Rezidiven.